C3S hilft bei Konzertanmeldungen – mit Beratung der Fête de la Musique

| September 26, 2014 | 4 Kommentare

C3S bietet Hilfe bei Konzertanmeldungen für Musiker und Veranstalter

Düsseldorf/Berlin, 26.09.2014:

Gespräche der C3S mit Musikern und Veranstaltern wie der Fête de la Musique haben immer wieder gezeigt, dass die Lizenzierungspraxis im Live-Bereich dringend verbessert werden muss – gerade für Künstler. Die C3S startet daher ein Projekt zur Erleichterung des administrativen Ablaufs bei Konzerten, unterstützt von der Fête de la Musique. Das entstehende Tool werden alle live spielenden Künstler und auch Veranstalter nutzen können. Im Herbst 2014 beginnt das Crowdfunding zur Finanzierung des neuen C3S-Teilprojekts.

„Ursprüngliches Ziel war, die Fête de la Musique direkt zu unterstützen. Eine nachträgliche und zusätzliche Finanzierung eines öffentlich geförderten Projekts ist jedoch nicht problemlos möglich“, so Wolfgang Senges, einer der beiden geschäftsführenden Direktoren der C3S. „Das Ziel der C3S liegt daher in einer langfristigen Unterstützung, die vor allem Musikern generell, aber auch Veranstaltern zugute kommt.“

„Seit geraumer Zeit treten aufstrebende, aber auch namhafte Musiker an die C3S heran und beklagen den mit ihren Konzerten verbundenen administrativen Aufwand“, erklärt Senges’ Kollege Meik Michalke.

Aus Sicht der C3S bestehen deutliche Möglichkeiten zur Verbesserung des Ablaufs bei der Anmeldung von Konzerten bei der GEMA. Live-Künstler bzw.
Veranstalter müssen Setlists der gespielten Songs im Format von „Musikabfolgebögen“ abgeben. Es ist eine nicht gern gesehene Aufgabe – die Listen werden daher häufig nicht abgegeben, und es wird pauschal abgerechnet. Dies ist bislang auch bei der Fête de la Musique der Fall gewesen.

Pauschal abgerechnete Veranstaltungen können jedoch Werke enthalten, die von keiner Verwertungsgesellschaft vertreten werden. Bei einer vollständigen Setlist würden diese nicht berechnet werden: Wenn eine so große Veranstaltung wie die Fête de la Musique mittels Setlisten belegen kann, dass der überwiegende Anteil der gespielten Songs GEMA-frei ist, reduzieren sich die Lizenzgebühren erheblich.

Musiker, die Mitglied einer Verwertungsgesellschaft sind und wegen des damit verbundenen Aufwands für ihre Konzerte keine Setlist abgeben, verzichten dagegen auf Einnahmen, sofern sie eigene Stücke spielen. Auch an sie richtet sich das C3S-Projekt.

„Wir hoffen, mit unserer Lösung Musikern und Veranstaltern ein einfaches Werkzeug zur Erstellung und Übermittlung der Listen an die Hand zu geben zu können. Es wird den Aufwand erleichtern und kann nach Zulassung der C3S als Verwertungsgesellschaft in modifizierter Form auch für die eigene Infrastruktur eingesetzt werden“, erläutert Meik Michalke.

Wolfgang Senges: „Wir werden intensiv mit erfahrenen Musikern an der Umsetzung arbeiten. Außerdem freuen wir uns sehr, dass Simone Hofmann, die Geschäftsführerin der Fête Company Berlin, der C3S beratend zur Seite steht.“

„Simone Hofmann kennt die extremen Anforderungen einer Veranstaltung wie der Fête de la Musique besser als jeder andere,“ so Danny Bruder, Berliner Musiker und Produzent sowie stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der C3S.

Das Team und die Community die C3S drücken weiterhin der Fête de la Musique in Berlin alle Daumen, dass trotz widriger Vorzeichen ein Weg zur Fortsetzung der Veranstaltung mit dem Erfolgskonzept und der kulturellen Vielfalt der vergangenen Jahre gefunden wird und sie langfristig gesichert bleibt. Mit dem bestehenden Team.

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Über die C3S:

Die C3S ist eine 2013 gegründete Europäische Genossenschaft, deren Ziel die Gründung einer modernen Verwertungsgesellschaft für Musik ist. Eine wachsende Zahl von Urheber_innen kann oder möchte nicht von derGEMA vertreten werden. Alle nutzenden Mitglieder verfügen über gleiches Stimmrecht – nicht nur der gutverdienende Teil. Es ist Ziel der C3S, durch Verwendung moderner Kommunikationstechnologie eine unkomplizierte Abwicklung bei optimaler Verteilungsgerechtigkeit zu ermöglichen.
Anders als die exklusive Vertretung des gesamten Werkkatalogs der Urheber_innen durch die GEMA, soll die C3S die Vertretung auch einzelner Werke erlauben. Neben klassischem Urheberrecht soll Unterstützung für alle Creative-Commons-Lizenzverträge erstmals Marktgleichheit auch für alternative Lizenzierungskonzepte herstellen. Nach erfolgreichem Start in Deutschland soll der Zulassungsbereich schrittweise europaweit ausgebaut werden.

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  1. C3S-Wintervorrat: Aufruf zur Finanzierung | December 5, 2014
  2. Winter Stock: A call to help financing the C3S | December 8, 2014
  1. Lars Liedtke says:

    Sehr gute Sache, ich hatte schon einmal überlegt Euch zu kontaktieren und zu fragen, wie Ihr das auch in Zukunft handhaben wollt. Sollte ich mich entscheiden der C3S beizutreten, was durchaus sehr in meinem Interesse liegt, wie mache ich das dann sobald Ihr eine Verwertungsgesellschaft seid bei Auftritten bei denen der Veranstalter schon GEMA zahlt? bekommt der dann eine eigene Liste von C3S Künstlern und das wird zusätzlich abgerechnet? Wird die GEMA-Gebühr entsprechend gesenkt? Ansonsten wird es leider noch schwieriger an Gigs zu kommen; da es auch einige Veranstalter gibt, die einen gar nicht buchen, wenn man GEMA-Mitglied ist, um Kosten zu sparen.

    • Hallo Lars,

      wenn wir als VG zugelassen sind, muss für Veranstaltungen natürlich nach wie vor gezahlt werden 😉 Bei der Abrechnung muss für jedes einzelne Werk (Komposition & ggf. Text) ermittelt werden, wer die Urheber_in ist, weil diese Gelder ja für diese Urheber_innen gesammelt werden. Wenn man nur Eigenkompositionen spielt, möchte man das eventuell lieber direkt über die Gage aushandeln, anstatt erst noch zusätzlich die Verwaltung einer VG damit zu beschäftigen — das scheint zumindest augenblicklich die Stimmung bei unseren Mitgliedern zu sein (beschlossen ist noch kein Tarifsystem). Auch wenn so eine Freistellung möglich sein sollte, bräuchte man aber nach wie vor Listen der gespielten Werke, damit alle Beteiligten (auch die VGen) prüfen können, dass korrekt abgerechnet wurde. Wir möchten daher eine Stelle schaffen, an die Veranstalter (bzw. die Aufführenden) ihre (digitale) Liste schicken; die Stelle klärt die Zuständigkeiten für die einzelnen Werke und leitet das an die GEMA (oder später an die C3S) weiter.

      Es versteht sich von selbst, dass keine VG für Musik kassieren darf, die sie gar nicht vertritt. Wir hatten dennoch zu keinem Zeitpunkt das Ziel, Preise zu senken oder ein Gebührendumping einzuleiten — das wäre direkt nachteilig für diejenigen, die wir vertreten. Unterm Strich geht es also nicht darum, dass der Veranstalter weniger zahlt, sondern darum, dass das Geld auf möglichst direktem und für alle Seiten transparentem Weg dort ankommt, wo es hingehört. Mit dieser Servicestelle wäre es für den Veranstalter auch nicht mehr Aufwand — ganz im Gegenteil, wir möchten die Abrechnungsvorgänge stärker automatisieren und vereinfachen (bei insgesamt erkennbar höherer Komplexität, die aber durch die Automatisierung nicht an die Endnutzer durchgereicht wird).

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